Leseecke
Alle Geschichten hier sind auch aus eigener Feder. Viel Spaß beim lesen. Nur eine kleine Bitte hab ich noch an Sie, auch diese Texte möchten bitte nicht ungefragt kopiert werden.
Es erwarten sie abwechslungreiche Kurzeschichten mit Gefühl und Witz aber auch mit einer gewissen Tiefe.
Ich freue mich Sie ein Stück mitnehmen zu dürfen...
Das kleine Licht
Vor langer Zeit in einem abgeschiedenen Teil dieser Welt lebte mal ein junges Eulenkind. Es sah’s an einen Herbstmorgen völlig verschlafen auf seinem Ast und beobachtete das rege Treiben der anderen Waldbewohner. Es verstand nicht, warum die übrig gebliebenen Tiere hin und her hetzten, als ob bald der gut gedeckte Tisch des Waldes einfach schwinden könnte. Leider konnte es nicht mehr seine Eltern fragen, nachdem warum, da sie von einem nächtlichen Flug nicht mehr zurückgekehrt waren. Es vergingen die Tage und die Nächte wurden rauer. Vogelschwärme zogen über die Baumkronen hinweg in luftiger Höhe. Es rief ihnen die Frage entgegen „ wohin fliegt ihr? Nehmt ihr mich mit?“
Aber sie hörten das Eulenkind nicht. Es steckte traurig sein Kopf unter seine Flügel. Die Zeit verging bis etwas ganz in seiner Nähe sich bewegte. Es schaute rasch hervor aus seinem Gefieder. Da sprang etwas rotes Wuscheliges eilig über ein Ast. Er nahm sein ganzen Mut zusammen und fragte. „Wer bist du? Warum haben alle es so eilig?“
Das Eichhörnchen musterte die kleine Eule kurz argwöhnisch, und flitzte weiter mit den Worten: "der Winter kommt, keine Zeit". Das kleine Eulenkind konnte, mit dem, was es gehört hatte, nichts anfangen. Der Winter kommt? Was ist der Winter?
Kann man das essen? Warum keine Zeit? Ist er gefährlich?
Selbst die Insekten an seinem Baum haben sich zurückgezogen. Es hatte so schrecklich Hunger. Es hüpfte hin und her und versuchte zu fliegen. Da passierte es, mit einem schmerzhaften Aufprall auf einen der unteren Äste wurde sein kläglicher Versuch zu fliegen, ein jähes Ende gesetzt bis es auf den Waldboden unsanft landete. Ein kleiner Baum, eher ein Bäumchen stand in der Nähe, kaum sichtbar, denn die Dämmerung war schon weit vorgeschritten. So suchte es Schutz in den etwas stacheligen unteren Ästen des seltsamen Bäumchens. Das noch so junge Eulenkind war so entkräftetet, das es nicht merkte, dass es anfing zu schneien und das sich ungewöhnliche Geräusche näherten. Es dachte bei sich jetzt kommen die Engel, um mich zu holen. Das letzte, was es wahrnahm, war ein kleines Licht und das sich die Welt auf einmal drehte. Wo das Eulenkind wieder kurz zu sich kam, sah es verschwommen wieder ein kleines Licht und fühlte eine ungewohnte Wärme um sich herum. Es dachte bei sich, ich muss wohl im Himmel sein und verlor wieder das Bewusstsein. Wo es nach einer Weile wieder erwachte, fühlte es wieder diese herrlich ungewohnte Wärme. Es vernahm Schritte in seine Richtung. Aber egal wie sehr es sich bemühte der Blick blieb unscharf. Zum weg flattern fehlte es ihm an Kraft, somit blieb ihm nichts anders übrig als abzuwarten, wer oder was auf ihn zu kam. Die Schritte näherten sich und es hörte eine warmherzige Stimme, die so beruhigend auf ihn wirkte. Das seine Angst Stück für Stück schwand. Da war wieder dieses Licht. Es kam aus einer alten Petroleumlampe die in seiner Nähe abgestellt wurde. Ein großer Kopf beugte sich über ihn. Es erschrak im ersten Moment. Wo es aber die warmen großen Augen sah, die auf ihn gerichtet waren und das weiche Gesicht immer klarer wurde dachte es bei sich. Das muss ein Engel sein. Es fügte sich seinem Schicksal. Die warme Stimme sprach ihm gut zu und stellte ihm etwas was nach Essen aussah vor den Schnabel. Es war viel zu entkräftet um allein sich was davon zu nehmen. Dieses unbekannte Wesen half ihm etwas zu sich zunehmen. So vergingen die Tage, das kleine Eulenkind wurde Tag für Tag kräftiger und bemerkte erst dann das es wirklich nicht mehr im Wald war. Es war an einem unbekannten Ort. Wo es Wände gab und Fenster. So saß es in seinem Korb was ausgepolstert war mit etwas weichem. Die Neugierde kehrte zurück bei dem kleinen Eulenkind und es versuchte noch mehr von dem so unbekannten Ort zu sehen. Es entdeckte in der einen Ecke des Raumes eine Feuerstelle woher diese so schöne Wärme kam und daneben stand ein Schaukelstuhl. Worauf dieses Wesen saß und mit zwei Art Stöcken was geschäftig an etwas bunten herumhantierte. Was sogar immer größer wurde. Da war der Moment gekommen, wo das kleine Eulenkind nicht mehr in seinem Körbchen bleiben wollte. Es wollte unbedingt wissen was das Wesen da machte. Das sah so lustig aus. Es flatterte so lang hin und her bis es aus dem Korb es heraus geschafft hatte. So saß es auf einem langen Art Baumstamm was aber viel zu platt war, und sogar Art Beine besaß aus Holz. Seine Neugierde fand keine Grenzen mehr. Es schaffte es von dem Tisch runter auf den Holzboden. Es nährte sich der roten Kugel woran ein langer Wurm war der zu den Art Stöcken führte. Das kleine Eulenkind dachte bei sich der Wurm ist komisch aber vielleicht schmeckt er ja. Da bemerkte das Wesen den kleinen Ausreißer und lachte. Es gab die kommenden Tage noch so viel zu entdecken für das Eulenkind. Eines Tages kam das Wesen rein mit einem stacheligen Bäumchen. Das Eulenkind dachte bei sich. Wird der Wald jetzt ins Haus geholt?
Es legte den Kopf schief und musterte das Bäumchen. Das Wesen was sonst so bedächtig auf seinem Schaukelstuhl saß. Lief hin und her und brachte allerlei rein. Es roch so herrlich nach Wald und da waren noch mehr Gerüche, die es nicht kannte. Es beobachte das Wesen, das sich an das seltsame Bäumchen zu schaffen machte. Auf jeden Zweig kamen Kerzen und es wurden rote Äpfel an die Zweige gehängt. Das kleine Eulenkind verstand nicht, was da jetzt geschah aber es war gefesselt voller Faszination. Es flatterte zur Fensterbank und traute seinen Augen nicht. Es war alles weiß. Da hörte es in weiter Ferne Gesang und Glockenleuten. Es wurde dunkel draußen. Irgendwann konnte es seinen Blick abwenden von dem jetzt so dunklen Wald. Es drehte seinen Kopf in Richtung seinem neuen Zuhause, da blieb ihm der Schnabel offen. Überall waren kleine Lichter, es roch so herrlich nach Honigkerzen und Fichte. Das seltsame Bäumchen strahlte in aller Pracht und an der Spitze war ein goldener Stern, wovon es nicht mehr sein Blick abwenden vermochte. Das Wesen machte eine einladende Handbewegung zu ihm. Worauf das Eulenkind sich dem Bäumchen voller Ehrfurcht in kleinen Schritten annäherte. Da nahm das Wesen ihn zu sich und fing an auf seiner Flöte zu spielen. So etwas hatte es noch nie gehört es war so rein und klar. So setzte sich das Wesen mit dem Eulenkind auf den Schaukelstuhl und streichelte ihm vorsichtig über den Kopf bis es einschlief. Das letzte, was es dann wahrnahm waren die kleinen Lichter des Baumes, bevor es glücklich und zufrieden in das Reich der Träume entschwand.